Zittauer Gebirge

Das Zittauer Gebirge: Ein Kleinod im Dreiländereck


Einleitung

Das Zittauer Gebirge ist ein kleines, aber besonders reizvolles Mittelgebirge im äußersten Südosten Sachsens, das durch seine malerische Landschaft, beeindruckende Felsformationen und eine reiche Kulturgeschichte besticht. Schon im ersten Blick offenbart das Zittauer Gebirge eine harmonische Verbindung von Natur, Geologie und Tradition, die Besucher aus aller Welt anzieht. In diesem Artikel möchten wir Ihnen die wichtigsten Fakten, die schönsten Ausflüge, Flora & Fauna sowie praktische Tipps vorstellen – kurz gesagt: alles, was man über das Zittauer Gebirge wissen sollte.


1. Geografie und Charakteristik

Lage und Abgrenzung

Das Zittauer Gebirge liegt im Bundesland Sachsen, im Landkreis Görlitz, unmittelbar an der Grenze zu Tschechien.
Mit einer Fläche von etwa 43 km² ist es ein kompakter, geschlossener Gebirgszug.
Es stellt den deutschen Teil des Lausitzer Gebirges dar und setzt sich nach Süden auf tschechischem Gebiet fort.

Geologie

Das Zittauer Gebirge zeichnet sich durch eine vielfältige geologische Struktur aus. Sein Untergrund besteht teils aus Granodiorit, doch prägend für das Landschaftsbild sind Sandsteinformationen sowie vulkanische Kuppen aus Phonolith oder Basalt.
Die nordexponierten Sandsteinhänge sind durch Kerbtäler gegliedert, während die sanften Phonolithgipfel eine eigene Vegetationszone besitzen.


 Zittauer Gebirge

2. Naturpark Zittauer Gebirge

Allgemeines zum Naturpark

Der Naturpark Zittauer Gebirge erstreckt sich über rund 133 km² und verbindet Natur, Kultur und Erholung in einmaliger Weise.
Er liegt im Dreiländereck Deutschland–Tschechien–Polen und umfasst nicht nur das Gebirge selbst, sondern auch angrenzende Dörfer, Seen und historische Orte.
Typisch für den Naturpark sind die sandsteinreichen Berge, vulkanische Kuppen, malerische Täler und verwunschene Felsformationen wie die „Brütende Henne“, der „Kelchstein“ oder der „Steinzoo“.

Schutzgebiete

Ein großer Teil des Zittauer Gebirges ist als Vogelschutzgebiet ausgewiesen – etwa 50 % der Landschaftsfläche.
Darüber hinaus gibt es FFH‑Gebiete (Fauna-Flora-Habitat) sowie mehrere Naturschutzgebiete, etwa die „Jonsdorfer Felsenstadt“.


3. Flora und Fauna

Pflanzenwelt

Die Vegetation im Zittauer Gebirge ist sehr abwechslungsreich: In den höheren Lagen wachsen krautreiche Buchenwälder, ab etwa 750 m ü. NN finden sich montane Arten wie Waldreitgras und wolliges Reitgras.
Auf den Bergwiesen gedeihen botanische Kostbarkeiten wie die Arnika (Arnica montana), die Silberdistel oder die Türkenbundlilie.

Tierwelt

Der Naturpark bietet Rückzugsräume für viele Tierarten: Rehe, Hirsche, Dachs, Uhu oder Wanderfalken sind dort heimisch.
In den alten Buchenwäldern rund um die Phonolithkuppen, beispielsweise am Gipfel der Lausche, wurde sogar die seltene Alpenspitzmaus gesichtet – ein Hinweis auf die hohe ökologischen Bedeutung der Region.


4. Bedeutende Gipfel & Landschaftsmarks

Die Lausche

Mit 793 m Höhe ist die Lausche der höchste Berg im Zittauer Gebirge.
Ihr Gipfel ist Teil einer vulkanischen Kuppe aus Phonolith, und von oben hat man einen weiten Blick über das Gebirge und die angrenzende Landschaft.

Hochwald

Der Hochwald (deutsch-tschechischer Grenzberg) ist etwa 749,5 m hoch.
Seinen Beinamen „Aussichtsturm des Zittauer Gebirges“ verdankt er seinem Panoramablick: Von hier aus kann man über die Kuppen, das Waldplateau und weit ins Umland schauen.

Oybin

Ein sehr charakteristischer Berg ist der Oybin mit 514 m Höhe.
Auf seinem Gipfel liegen die Ruinen einer Burg und eines ehemaligen Cölestinerklosters – ein historisches Highlight im Zittauer Gebirge.
Der Oybin ist ein Sandstein-„Tafelberg“, was bedeutet, dass sein Gipfelplateau relativ flach ist, umgeben von steilen Felswänden.

Weitere Berge

  • Sommerberg: mit etwa 496,9 m, liegt am Rande des Zittauer Gebirges, im Bereich von Lückendorf.
  • Töpfer: eine weitere markante Phonolithkuppe mit Aussicht und Bergbauden (nicht zuletzt historisch bedeutsam).

5. Kultur & Geschichte

Historische Orte

Die Stadt Zittau selbst hat einen historischen Stadtkern mit Gebäuden im Renaissance-, Barock- und Klassizismusstil.
Besonders bekannt sind die Zittauer Fastentücher, große religiöse Wandteppiche mit biblischen Bildern, die im Museum der Kirche zum Heiligen Kreuz ausgestellt werden.

Umgebindehäuser

In vielen Dörfern rund ums Zittauer Gebirge finden sich traditionelle Oberlausitzer Umgebindehäuser: eine besondere regionale Bauweise, die typisch für die Oberlausitz ist und ein charmantes Bild der Landschaft prägt.

Bergbaugeschichte

In der Region um Jonsdorf gab es früher Mühlsteinbrüche, in denen besonders harter Jonsdorfer Sandstein abgebaut wurde.
Besucher können heute in einem Schaubergwerk („Schwarzes Loch“) mehr über diese bergbauliche Tradition erfahren.


 Zittauer Gebirge

6. Aktivitäten und Freizeitangebote

Wandern & Natur erleben

Das Zittauer Gebirge bietet Hunderte von Kilometern markierte Wanderwege, die zu Aussichtspunkten, Bergbauden und Felsformationen führen.
Thematische Naturparkführungen werden regelmäßig von zertifizierten Naturparkführern angeboten.

Bildung & Besuchszentren

Im Naturparkhaus in Waltersdorf gibt es eine interaktive Ausstellung („Drinnen erfahren – Draußen entdecken“), bei der Kinder und Erwachsene auf spielerische Weise mehr über Geologie, Flora, Fauna und regionale Sagen lernen.

Winter & Sport

Im Winter ist das Zittauer Gebirge ein beliebtes Ziel für Skitouren: Besonders die Hänge um die Lausche bieten gute Bedingungen für Wintersport.
Auch im Sommer kann man auf Reitwegen, Radstrecken oder ruhigeren Pfaden entspannen.

Besondere Erlebnisse

  • Felsformationen beobachten: Viele Felsen im Zittauer Gebirge haben fantasievolle Formen, an Fabelwesen erinnernd.
  • Grenzwanderungen: Wegen der Lage im Dreiländereck kann man grenzüberschreitende Wanderungen unternehmen.
  • Kultur mitnehmen: Burgruine Oybin, Kloster und historische Dörfer bieten reichlich kulturelle Entdeckungen.

7. Schutz und Nachhaltigkeit

Der Naturpark Zittauer Gebirge setzt auf nachhaltigen Tourismus.
Große Teile des Gebiets stehen unter Schutz (Vogelschutzgebiet, FFH-Gebiet), um empfindliche Lebensräume zu bewahren.
Auch Maßnahmen wie die Bodenschutzkalkung werden regelmäßig durchgeführt – zum Beispiel wird Kalk über die Bäume verteilt, um die Versauerung des Waldbodens zu bekämpfen.


8. Praktische Tipps für Besucher

  • Tourismuszentrum: Das Tourismuszentrum Naturpark Zittauer Gebirge befindet sich in Zittau und bietet Prospekte, Karten, Wanderinfo und Buchungshilfe.
  • Beste Reisezeit: Für Wanderungen eignen sich Frühling bis Herbst. Im Winter sind winterfeste Strecken nutzbar – je nach Schneelage.
  • Anreise: Zittau ist gut per Bahn oder Auto erreichbar – von dort aus gelangt man leicht in die Naturparkregion.
  • Unterkünfte: Es gibt Hotels, Ferienwohnungen, Bergbauden und traditionelle Umgebindehäuser.
  • Verhaltensregeln: Da Teile des Gebiets Schutzstatus genießen, sollte man auf den ausgewiesenen Wegen bleiben, Ruhezeiten beachten und respektvoll mit Natur und Kultur umgehen.

FAQ – Häufige Fragen zum Zittauer Gebirge

1. Wo liegt das Zittauer Gebirge?
Das Zittauer Gebirge befindet sich im Bundesland Sachsen, im Landkreis Görlitz, und grenzt im Süden an Tschechien.

2. Wie groß ist das Zittauer Gebirge?
Der Gebirgszug hat eine Fläche von etwa 43 km².

3. Was ist der höchste Berg im Zittauer Gebirge?
Die Lausche ist mit 793 m ü. NN der höchste Gipfel des Zittauer Gebirges.

4. Welche besonderen geologischen Merkmale gibt es?
Das Gebirge zeichnet sich durch Sandsteinformationen und vulkanische Kuppen (Phonolith, Basalt) aus, was zu markanten Felsen und abwechslungsreicher Landschaft führt.

5. Gibt es Schutzgebiete im Zittauer Gebirge?
Ja: Etwa 50 % des Gebiets sind Vogelschutzgebiet, zusätzlich gibt es FFH-Gebiete und Naturschutzgebiete wie die Jonsdorfer Felsenstadt.

6. Welche Wander‑ und Freizeitmöglichkeiten gibt es?
Es gibt hunderte Kilometer markierte Wander-, Rad-, Reit- und Winterwege. Im Naturparkhaus Waltersdorf kann man die Region interaktiv kennenlernen.

7. Gibt es historische Sehenswürdigkeiten?
Ja: Besonders eindrucksvoll sind die Burgruine und das Kloster Oybin auf dem Oybin‑Berg. Auch die Umgebindehäuser in der Region sind kulturell bedeutsam.

8. Wie kann ich den Naturpark nachhaltig besuchen?
Besucher sollten auf den ausgewiesenen Wegen bleiben, den Naturpark respektvoll nutzen und Angebote wie geführte Touren oder den Naturparkführer in Anspruch nehmen, die sich für den Umweltschutz einsetzen.


Fazit

Das Zittauer Gebirge ist ein kleines, aber äußerst vielfältiges Mittelgebirge, das durch seine geologische Besonderheit, die reiche Flora und Fauna sowie eine lebendige Kultur besticht. Wer Ruhe, Natur und einen sanften, jedoch eindrucksvollen Landschaftsgenuss sucht, findet hier im Dreiländereck eine ideale Auszeit. Ob Wanderer, Familien, Naturinteressierte oder Geschichte‑Fans – das Zittauer Gebirge bietet für jeden etwas. Ein Besuch lohnt sich also unbedingt!

Similar Posts

Leave a Reply

Your email address will not be published. Required fields are marked *